BUND Region Hannover

Verbreitete Tagfalter in der Region Hannover

Admiral

Foto: Karsten Lange

Merkmale:

Der Admiral ist ein großer Schmetterling, dessen Flügel auf dunklem Grund leuchtend rote und weiße Zeichnungen aufweisen. Die Spitzen der Vorderflügel werden durch einen orangeroten Streifen abgeteilt und der Saum des Hinterflügels ist ebenfalls orangerot. Die Vorderflügel sind am Rande geeckt, die Hinterflügel gerundet. Auf der Unterseite findet sich auf den Hinterflügeln ein kompliziertes Muster von Zeichnungen die dem sitzenden Falter mit zusammengeklappten Flügeln eine ausgezeichnete Tarnung verleihen. Flügelspannweite: 5 - 6 cm.

Foto: Karsten Lange

Dieser Wanderfalter ist im südlichen Europa beheimatet und wandert jedes Jahr im späten Frühjahr aus dem Mittelmeerraum nach Nordeuropa ein. Dabei legt er fliegend bis zu 2.000 Kilometer zurück. Grund für die lange Reise ist das mangelhafte Nahrungsangebot in den südlichen Ländern während des langen Sommers.

Erst im späten Herbst macht sich der Admiral auf den Rückflug in den Süden, wobei häufig die Alpen nicht überwunden werden können, da es bereits zu kalt geworden ist. Man findet ihn hier im offenen Gelände und in Gärten.

Flugzeit:

Von Mai bis Oktober, häufiger aber im Herbst.

Nahrung:

Dieser Falter besucht gerne Blüten von Sommerflieder oder Disteln, saugt aber auch an abgefallenem Obst und ist im Herbst gerne Gast in Obstplantagen. Die Raupe lebt meist an Brennnesseln.

 


 

Aurorafalter

Foto: Karsten Lange

Merkmale:

Der Aurorafalter ist ein mittelgroßer Falter mit weißen Flügeln, schwarzen Flügelspitzen; beim Männchen mit orangeroter Färbung in der äußeren Hälfte des Vorderflügels. Beim Weibchen fehlen diese intensiv orange gefärbten Spitzen, daher werden sie oft mit einem Kohlweißling verwechselt. Die Unterscheidung erfolgt dann an Hand der Hinterflügelunterseite, die bei beiden Geschlechtern eine unregelmäßige gelblichgrüne Zeichnung aufweist. Flügelspannweite: 4 - 5 cm.

Vorkommen:

Der Aurorafalter ist in ganz Europa bis zum Polarkreis und im Osten bis China und Japan verbreitet. Im Frühjahr trifft man ihn besonders in lichten Laubwäldern, aber auch auf Wiesen und Feldern an.

Flugzeit:

Die Flugzeit liegt in warmen Gebieten zwischen Ende März bis Ende Mai, in höheren Lagen zwischen Mitte bzw. Ende April bis Juli.

Nahrung:

Die Falter besuchen Blüten, die Raupen leben an Wiesenschaumkraut, Knoblauchsrauke, Hirtentäschel und ähnlichen Pflanzen.

 


 

Distelfalter

Merkmale:

Der Distelfalter ist ein großer Falter mit dunkelbraunen, hell rötlich-braunen und weißen Flecken, die dem Falter bei ausgebreiteten Flügeln am Boden eine ausgezeichnete Tarnung verleihen. Die Unterseite ist ähnlich der Oberseite gemustert, nur matter. Flügelspannweite: 5 - 6 cm.

Vorkommen:

Der Distelfalter ist wohl einer der bekanntesten Wanderfalter in Europa und der am stärksten verbreitete Schmetterling der Erde, die er mit Ausnahme von Südamerika und Australien fast ganz besiedelt hat. Sein Heimatland ist in den subtropischen Steppengebieten zu suchen, wo er sich in günstigen Jahreszeiten in großer Zahl vermehrt. Bei Einsetzen von ungünstigen Bedingungen aber wandert er ab und legt, gesteuert von der Windrichtung, weite Strecken zurück. Anders als der Admiral findet man den Distelfalter weniger an Waldrändern oder auf Waldlichtungen, sondern eher in offenen Habitaten, wie Feldern und in anderem blütenreichen, offenen Gelände wie z.B. auf ruderalem Gelände, an Bahndämmen und auf Brachland.

Flugzeit:

Im Süden ist die Flugzeit zwischen März und November, im Norden zwischen April und Oktober.

Nahrung:

Dieser Falter besucht gerne Blüten, aber auch abgefallenes Obst. Als Nahrungspflanzen spielen besonders Rot-Klee und Luzerne eine große Rolle, darüber hinaus sucht er aber auch seine Nahrung häufig auf Wasserdost und auf Disteln. Im Gegensatz zum Admiral kann der Distelfalter Fallobst nicht als Nahrungsquelle nutzen. Die Raupe lebt an Disteln, Brennnesseln, an verschiedenen Malven-Arten und vielen anderen Pflanzen, wo man sie an zusammengesponnenen Blättern findet.

 


 

Kleiner Fuchs

Foto: Karsten Lange

Merkmale:

Der Kleine Fuchs ist ein mittelgroßer Falter mit geeckten Flügelrändern und rotbrauner Grundfarbe. Die Oberseiten der Flügel sind orangefarben mit einem schwarz-gelblich-weiß gemustertem Vorderrand und einem schwarzen Saumband am Flügelrand, das kleine blaue Flecken enthält. Die Unterseite ist sehr unscheinbar schwarzbraun und tarnfarbig. Flügelspannweite: 3,5 - 5 cm.

Vorkommen:

Der Kleine Fuchs ist einer der häufigsten Tagfalter in unseren Breiten. Allerdings sind seine Vorkommen in den letzten Jahren auffällig zurückgegangen. Er bewohnt fast alle Lebensräume, von der Ebene bis ins Gebirge. Er ist fast in ganz Europa bis in die polaren Gebiete und Asien verbreitet, fehlt aber in Nordafrika. Dieser Edelfalter überwintert bei uns als Schmetterling z.B. auf Dachböden, Garagen oder in Baumhöhlen und ist dadurch schon in den ersten warmen Frühlingstagen zu sehen. Und er ist ein Binnenwanderer, das heißt, er unternimmt innerhalb seines Verbreitungsgebietes kürzere Wanderungen. So fliegt er beispielsweise im Herbst oftmals aus dem Gebirge in die wärmeren Tieflagen und die nächste Generation im Frühsommer wieder zurück. Die Falter können unter anderem auf nektarreichen Hochstaudenfluren mit Vorkommen der Hauptnektarpflanzen Wasserdost und Kratzdistel angetroffen werden.

Flugzeit:

In den kälteren Regionen Europas einschließlich der Höhenlagen trifft man den Kleinen Fuchs von Mai bis August an, in wärmeren Gebieten dagegen sogar von Mai bis Oktober.

Nahrung:

Die Falter besuchen Blüten, wobei das Spektrum der Nektarpflanzen sehr breit ist. Die Raupen leben in großen Gesellschaften an Brennnesseln.

 


 

Landkärtchen

Landkärtchen Frühlingsmorphe

Das Landkärtchen (Araschnia levana) war Schmetterling des Jahres 2007. Die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und der Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutschland (BUND) wählten ihn aus, weil er der einzige heimische Tagfalter ist, der von Generation zu Generation seine Farbe wechselt. Die Zeichnung seiner Flügelunterseiten ähnelt einer Landkarte, daher der Name.

Im Frühjahr schlüpfen leuchtend gelb-braun gefärbte Schmetterlinge aus den Puppen, die Sommergeneration hingegen hat die Grundfarbe schwarz mit weißen Bändern und gelblichen Flecken. Ursache für beide Farbvarianten ist die Dauer der Tageshelligkeit. Ist die Puppe im Winter dem verkürzten Tageslicht ausgesetzt, entwickelt sich ein Falter der gelb-braunen Frühjahrsgeneration. Sind im Sommer die Tage länger, entstehen schwarze Falter. Lange Zeit hielten selbst Experten beide Generationen für verschiedene Arten.

Landkärtchen-Raupe, Foto: Eckhard von Holdt

Ab Mitte April schlüpfen die Frühjahrs-Landkärtchen und sind dann Nektar saugend zumeist an Waldrändern, in feuchten Wäldern, Auen, Parklandschaften und Gärten auf Schlehen- oder Weißdornbüschen zu finden. Die Tiere der Sommergeneration sieht man ab August auf Bärenklau, Wiesenkerbel oder Wilder Möhre. Die Weibchen beider Generationen legen acht bis zehn grüne Eier in Form kleiner Eitürmchen an halbschattig stehende Brennnesseln. Aus den Eiern schlüpfen schwarze Raupen, die zahlreiche dunkle Dornen tragen. Die Raupe des Landkärtchens hat als einzige Brennnessel-Raupe zwei Dornen am Kopf und ist so leicht zu erkennen. Die Raupen leben anfangs gesellig und verstreuen sich später, um sich zu verpuppen. Je nach Jahreszeit schlüpfen entweder nach zwei bis drei Wochen die Schmetterlinge der Sommergeneration, oder aber die Tiere überwintern als Puppe und schlüpfen erst im Jahr darauf als Frühjahrsgeneration.

Landkärtchen (Sommermorphe), Foto: Eckhard von Holdt

Das Landkärtchen benötigt als Raupenfraßpflanze Brennnesseln an schattigen bis halbschattigen, mehr oder weniger luftfeuchten Standorten. Entsprechend hat dieser Schmetterling seinen Verbreitungsschwerpunkt an Waldwegen, Lichtungen, feuchten Gehölzen und Waldrändern. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Art von der allgemeinen Nährstoffanreicherung unserer Umwelt profitiert, da diese Brennnesseln fördert.

Auch im Stadtgebiet von Hannover ist die Art zum Beispiel im Misburger Wald, der Eilenriede und vermutlich allen weiteren Waldgebieten, Heckenlandschaften und den Gehölzbeständen der Leine-Niederung zu finden.

Landkärtchen stehen in Deutschland nicht auf der Roten Liste bedrohter Arten, treten aber in der Regel nicht besonders häufig auf. Wer im eigenen Garten etwas für die Schmetterlinge tun möchte, sollte an halbschattigen Standorten die Brennnesseln stehen lassen. Dort können sich Raupen und Puppen ungestört entwickeln. Wichtig ist auch die Nähe zu Nektarpflanzen, da Landkärtchen keine weiten Strecken zurücklegen.

Druckfähige Fotos von Ei, Raupe, Puppe und ausgewachsenem Schmetterling finden Sie auf der Homepage des BUND NRW unter www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de/schmetterling2007.htm (extern).

 


 

Tagpfauenauge

Foto: Anne Giebing

Merkmale:

Der große, rotbraun gefärbte Falter ist durch vier große schwarz, blau und gelb gefärbte Augenflecken auf den Flügeln gekennzeichnet, die am Außenrand gezackt sind. Unterseits ist das Tier schwärzlich gefärbt und so ausgezeichnet getarnt. Flügelspannweite: 5 bis 6 cm.

Vorkommen:

Das Tagpfauenauge kommt in ganz Europa, sowie in Asien bis nach Japan vor. Es fehlt in Afrika und im nördlichen Skandinavien.

Flugzeit:

Seine Flugzeit liegt in Mitteleuropa zwischen Juni und August. Falter, die hier auf Dachböden, Kellern oder ähnlichem überwintern, können bereits von März bis Mai beobachtet werden. Das Tagpfauenauge kommt überall im offenen Gelände und an Waldrändern vor.

Nahrung:

Zu den wichtigsten Nahrungspflanzen des Tagpfauenauges gehören im Frühjahr der Huflattich und verschiedene Weiden-Arten. Später im Jahr gewinnen dann Wasserdost und verschiedene Distelarten an Bedeutung. Auch Fallobst kann das Tagpfauenauge zur Nahrung nutzen. Die Raupen leben an Brennnesseln und sehr selten auch an Hopfen.

 


 

Zitronenfalter

Foto: Karsten Lange

Merkmale:

Der recht große Falter weist Spitzen an beiden Flügelpaaren auf, die beim Männchen leuchtend zitronengelb, beim Weibchen blass grünlich-weiß gefärbt sind und jeweils einen orangefarbenen Mittelpunkt tragen. Die Weibchen können auf den ersten Blick mit dem Großen Kohlweißling verwechselt werden, jedoch kann man sie an Hand der charakteristischen Flügelform gut voneinander unterscheiden.  Flügelspannweite: 5 - 6 cm.

Vorkommen:

Der Zitronenfalter kommt weit verbreitet in ganz Mitteleuropa vor. In den Alpen ist er bis zu einer Höhe von 2.000 Meter anzutreffen. Er kommt jedoch nicht auf den Atlantischen Inseln, in Nordskandinavien und in Nordengland vor. Er bewohnt vor allem Waldränder oder das Innere lichter Wälder, ist aber auch im Busch- und Parkland anzutreffen. Der Zitronenfalter überwintert bei uns, indem er die kalte Jahreszeit an einer geschützten Stelle, z.B. unter einem Efeublatt oder an Grashalmen unter Nadelbäumen in Winterstarre verbringt.

Flugzeit:

Bereits an sonnigen Märztagen verlassen in der Regel die Männchen zeitweilig ihr Winterversteck. Der junge Falter fliegt ab Anfang Juli für etwa 14 Tage und fällt dann in eine Sommerstarre, fliegt dann wieder im September und fällt im Oktober erneut in die Winterstarre.

Nahrung:

Der Zitronenfalter bevorzugt Kratzdisteln, Blutweiderich, Sommerflieder, Flockenblume und andere rotviolette Blüten. Im Frühjahr saugt er aber auch an Huflattich, Löwenzahn, Lerchensporn. Die Raupen leben an Faulbaum und Kreuzdorn, von denen sie sich ausschließlich ernähren.

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