Ortsgruppe Wunstorf

Kreuzkröten-Projekt

Im Rundbrief 2024 wurde über kurzfristige Maßnahmen zur Rettung einer kleinen Population von Kreuzkröten in einer Sandgrube bei Wunstorf berichtet. Seitdem haben sich die Verhältnisse in mehrfacher Hinsicht deutlich verändert. Die Sandgrube gehört inzwischen vollständig dem Abbauunternehmen, das zur Kooperation mit dem BUND bereit ist. Dies vereinfacht die Arbeit im Gebiet, da es dazu nur noch die Untere Naturschutzbehörde als Ansprechpartner braucht. In diesem Zusammenhang wurde auch die Nutzung des Gebiets durch Hundetrainingsgruppen beendet, wodurch sich die Störungen reduziert haben. Für die Sandgrube gilt ein allgemeines Betretungsverbot.

In der zweiten Hälfte 2023 gab es regelmäßige Niederschläge, die ihren Höhepunkt zum Jahreswechsel 2023/24 erreichten. Dadurch hatten sich die Wasserverhältnisse im Abbaubereich vollständig geändert. Dieser stand im Frühjahr 2024 vollständig unter Wasser und der Abbau von Sand war bis zum Herbst 2024 nicht möglich. Die Kreuzkröten haben an verschiedenen Stellen gelaicht. Es war nicht möglich, das im Einzelnen zu erfassen. Es gab jedoch 2024 sicher viele Kaulquappen, denn viele junge Kreuzkröten haben nach der Metamorphose die Laichgewässer verlassen. Um den Abbau wieder zu ermöglichen, wurde vom Abbaubereich im Herbst 2024 das Wasser abgeleitet und der Bereich weitgehend trockengelegt. Es blieb jedoch ein potenzieller Laichtümpel bestehen.

Im Februar 2025 fand eine Begehung mit dem Geschäftsführer des Abbauunternehmens statt. Da nicht sicher war, dass der Laichtümpel bis zum Sommer ausreichend Wasser hat, wurde dabei die Anlage eines weiteren Laichtümpels als Ersatzlösung besprochen, der seitdem mit Grundwasser gefüllt ist. Außerdem wurden von der Firma Steilwände für Uferschwalben geschaffen.

Mehrere Kreuzkrötenweibchen haben im April 2025 in dem vorhandenen Laichtümpel gelaicht. Der Wasserstand war bis zum Sommer ausreichend, so dass wieder eine große Zahl junger Kreuzkröten den Tümpel verlassen hat. Es ist zu hoffen, dass die vielen jungen Kreuzkröten aus den Jahren 2023 bis 2025 zu einer größeren Anzahl erwachsener Kreuzkröten im Gebiet heranwachsen.

Ein weiterer Erfolg waren die neu geschaffenen Steilwände. Hier haben im Mai/Juni letzten Jahres ca. 330 Uferschwalbenpaare ihre Brutröhren gebaut und erfolgreich gebrütet.

Naturgarten statt Schottergarten

Im September 2020 hat sich die BUND-Ortsgruppe Wunstorf neu gegründet. Gleich zu Beginn wurde die Arbeitsgemeinschaft zum Thema „Schottergärten“ ins Leben gerufen. Wir konnten den Beliebtheitswert und die steigende Anzahl der Schottergärten (trotz Verbotes nach § 9 Abs. 2 NBauO) nicht nachvollziehen. Um den Aufwärtstrend zumindest in unserer Auestadt entgegenzutreten, wurden wir vor Ort aktiv. Wir verschafften uns durch das Sichten von Info- und Filmmaterial einen thematischen Überblick, besuchten Vorträge und nahmen Kontakt zur Stadt Wunstorf und örtlichen Parteien auf.

Durch Zeitungsartikel, Gespräche mit dem Baudezernenten, der Klimaschutzmanagerin und einigen Kommunalpolitiker*innen brachten wir das Thema und die Problematik „Schottergärten“ an die Öffentlichkeit. Wir besuchten Bauausschuss- und Ratssitzungen. Gemeinsam mit der Stadt Wunstorf organisierten wir einen Vortrag zum Thema „Schottergärten & Naturnahe Gärten“. Vertreter*innen der Stadt Wunstorf sprachen sich hier deutlich gegen Schottergärten aus und wiesen ausführlich auf die Problematik hin. Die Klimaschutzmanagerin der Stadt Wunstorf legte mit Unterstützung von BUND-Mitglieder*innen abrufbare Informationen zur naturnahen Gartengestaltung auf der Homepage der Stadt Wunstorf an. Ebenso wird seit einiger Zeit dem Bescheid von Baugenehmigungen und Bauanzeigen eine Infobroschüre mit Tipps und Informationen zur Anlage naturnaher Gärten mitgeschickt, sodass zukünftige Bauherren informiert sind. Aktuell versucht die Stadt Wunstorf, durch einen Wettbewerb Grundstückseigentümer mit Schottergärten zu einer Umgestaltung ihres Gartens zu motivieren. Auch aufgrund vielfältiger Zeitungsartikel zum Thema „Schottergärten“ im Raum Hannover wie auch hier in Wunstorf hat sich in der öffentlichen Wahrnehmung einiges getan.

Es gibt jedoch auch weiterhin noch viel zu tun. Wir möchten nicht nur den Aufwärtstrend von Schottergärten stoppen, sondern setzen uns insgesamt für eine möglichst naturnahe Gartengestaltung ein. Die Arbeitsgemeinschaft „Schottergärten“ der BUND Ortsgruppe Wunstorf setzt sich auch für den Rückbau bereits angelegter Schottergärten sowie gegen den Umbau von bestehenden Vorgärten in gepflasterte Parkplätze ein. Leider ist es noch ein sehr langer Weg, bis geltendes Recht auch wirklich umgesetzt wird und Schottergärten aus Wunstorf und anderswo der Vergangenheit angehören.

Kontakt

Frank Hessing | Sprecher
Naturschutzbeauftragter Wunstorf

E-Mail wunstorf(at)bund-region-hannover.de

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