Nach Hurrikan Mathew und Oscar zerstört Melissa Baracoa Region und Humboldt Park

Die Menschen in der Region um Baracoa, der ältesten spanischen Siedlungsstadt mit indigenen Wurzeln am Atlantik im Süden Kubas haben in ihrem Leben noch nie einen so starken Hurrikan, wie im Oktober 2016 erlebt. Mit 230km/h fegte der Hurrikan stundenlang über die Stadt; es wurden 80 Prozent der Dächer zerstört, viele Häuser liegen in Schutt und die Gebäude vom Alexander von Humboldt-Nationalpark und UNESCO Weltnaturerbe sind weitestgehend zerstört. Glücklicherweise jedoch konnten alle gefährdeten Einwohner rechtzeitig evakuiert werden; die Karsthöhlen rund um die Küste bieten dazu Schutz. Allerdings können die Menschen ihre Sachgüter nicht retten und auch das Büro, die Gemeinschaftsräume, die Küche und das Übernachtungshaus im Park sind komplett zerstört. 2024 folgte Hurrikan Oscar und im Oktober Hurrikan Melissa!

Die mit der Erwärmung der Meere immer stärker werdenden Hurrikans haben in 2025 nicht nur Kuba und die Dominikanische Republik schwer getroffen, sondern vor allem Haiti, sodass dort über eine halbe Million Menschen alles verloren haben, auch ihre Felder und damit Ernährungsgrundlagen. Aber auch in Kuba haben in 2025 wieder sehr viele Familien ihr Haus verloren und ihre Gärten und Felder sind zerstört.

Besonders schlimm ist, dass bäuerliche Plantagen teilweise vollkommen durch die Hurrikans vernichtet wurden. Die Menschen ernähren sich weitestgehend im ländlichen Raum durch das, was sie selber anbauen und verkaufen ihre Produkte in die nächsten Städte. Der Kakao aus Baracoa ist in ganz Kuba berühmt und begehrt und wird sogar exportiert. Aber auch die Kakaoplantagen liegen am Boden; ebenso wie Bananenpalmem, Kokos und andere Fruchtbäume. Am Besten scheinen es noch die endemischem Königspalmen überstanden zu haben (Palma Real), die jedoch auch sehr zerfetzt wurden. Ihr Holz und ihre Fächer sind wertvolles Bauholz; ihre Früchte werden von den Tieren als Futtermittel gefressen.

Auch weite Teile der Vegetation im Nationalpark sind betroffen sowie die Puffergebiete, in denen eine nachhaltige Landwirtschaft in enger Absprache mit der Nationalparkverwaltung betrieben wird. Im Grundsatz ist die Bewirtschaftungsweise hier so nachhaltig, dass kaum Erdölressourcen verbraucht werden; die meisten Baumaterialien sind natürliche und kompostierbar/recycelbar; die Menschen leben von dem, was sie selber produzieren und sind - unter normalen Bedingungen ohne Naturkatastropfen - in Harmonie mit der Natur und ihren dörflichen Gemeinschaften. Ihr CO2-Fussabdruck dürfte einer der niedrigsten sein und dennoch sind sie von den Folgen des Klimawandels besonders hart betroffen: Die Anzahl der Hurrikans und deren Stärke hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt.

Viele Bauernhäuser, die aus Naturmaterial gebaut wurden, müssen neue aufgebaut werden. Dazu ist Werkzeug und Zubehör notwendig. Wer das Glück hat, ein massives Haus aus Steinen und Beton zu haben, hat "nur" sein Dach in diesem regenreichen Gebiet verloren und all seine Hausutensilien.

Wir werden Anfang Dezember nach Südost-Kuba fliegen mit Hilfsgütern im Gepäck und freuen uns über Sach- und Geldspenden, um die sehr engagierten Kolleginnen und Kollegen vom Humboldtpark so weit wie möglich zu unterstützen. Im Januar werden die Kollegen von Oro Verde - der Regenwaldstiftung - ebenfalls in Baracoa den Kooperationspartner Humboldtpark besuchen mit Hilfsgütern im Gepäck.

Wir haben bei unserem letzten Besuch im Humboldt-Parkt mitgenommen:

  • Bargeld, damit vor Ort Baumaterial und Essensvorräte gekauft werden können
  • Handtücher, Laken
  • Büromaterial wie Stifte, Kugelschreiben u.a.
  • Technik: Laptops, externe Festplatten zur Datensicherung,
  • Batterien; Akkus, Ladegerät, Taschenlampen
  • Werkzeug; Schrauben u.a.
  • Milchpulver
  • Kleidung 

 

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