Grundwasserentnahme aus dem Fuhrberger Feld muss naturverträglich erfolgen

11. Januar 2024 | Wasser, Wald, Umweltpolitik, Technischer Umweltschutz

 (pixabay/analogicus)

Letzte Woche stellte die HAZ die Frage: „Pumpt Enercity zu viel Wasser aus dem Fuhrberger Feld?“ Seit langer Zeit schon beklagen Land- und Forstwirte Schäden infolge sinkender Grundwasserspiegel. Auch Spaziergänger sehen, dass die Natur hier durch Wassermangel in Not ist. Demnächst soll die Erlaubnis für Enercity verlängert werden, Wasser für Hannover aus dem Fuhrberger Feld zu entnehmen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Region Hannover fordert, dass nur solche Mengen entnommen werden, die naturverträglich sind und das Trinkwasserreservoir auch langfristig nicht gefährden.

Dazu sagt der Vorstandssprecher des BUND Region Hannover, Dr. Bernd Alt: „Schäden an der Vegetation mindern die Grundwasser-Neubildung und gefährden damit sehr direkt die Sicherheit der Trinkwasserversorgung.“ Neueste Berechnungen aus dem Niedersächsischen Umweltministerium zeigen, dass die Grundwasser-Reserven im Fuhrberger Feld maximal ausgenutzt sind. Eine Steigerung der Entnahme wegen Trockenheit oder Bevölkerungswachstum ist also nicht mehr möglich. Dazu der Kommentar von Alt: „Die derzeitige Praxis der Grundwassernutzung ist erwiesener Raubbau, der dringend beendet werden muss! Wir müssen Wasser sparen und aufhören, so zu tun, als ließe sich der Verbrauch ganz nach Bedarf weiter steigern. Zudem müssen wir alles dafür tun, Niederschlagswasser in der Fläche zu halten und für den Sommer verfügbar zu machen.“

Das alles ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die Bevölkerung, Verwaltung, Wissenschaft und Politik gemeinsam und mit vollem Engagement angehen müssen, um die Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen. Der Klimawandel verlangt der Gesellschaft viel Flexibilität und Umdenken ab.

BUND-Vorstand Alt ergänzt: „Wir müssen alte Gewohnheiten und Ansprüche überdenken, wenn wir eine ausreichende Trinkwasserversorgung wenigstens für die nächsten 30-50 Jahre sichern wollen. Die jetzige Hochwasserkatastrophe zeigt, dass wir ein menschengemachtes zeitliches Verteilungsproblem haben: Zu viel Niederschläge im Winter, zu wenig im Sommer. Wie man Winter-Überschüsse in den Sommer retten kann, anstatt sie in die Nordsee abfließen zu lassen, darüber werden sich alle beteiligten Akteure verständigen müssen. In das dafür nötige Umdenken wird sich der BUND auf Anfrage gerne einbringen“.

Rückfragen: Dr. Bernd Alt, Tel.: 0172 / 430 1882

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