BUND Region Hannover

Achtung Amphibien: KleingärtnerInnen aufgepasst und mitgemacht

01. April 2022 | Amphibien, Artenschutz

 (Carina Bach)

Wie in jedem Frühjahr wandern aktuell die Amphibien von ihrem Winterquartier zu ihren Laichgewässern, so u. a. Teichmolch, Erdkröte, Grünfrosch, Laubfrosch, Grasfrosch. Diese Tiere sind in der Natur und natürlich auch für KleingärtnerInnen sehr nützlich, da sie sogenannte „Schädlinge“ wie bestimmte Schnecken-, Insekten- und Käferarten vertilgen.

Besonders in der Stadt ist ihre Wanderung jedoch sehr gefährlich. Viele Tiere müssen auf ihrem Weg Straßen, Bordsteinkanten, Mauern und viele weitere Hindernisse überqueren. Wie René Hertwig vom BUND Region Hannover berichtet, sind hiervon auch viele Wege in der Nähe von Kleingärten betroffen. Meldungen gibt es zum Beispiel von den Kleingärten an der Zuschlagstraße in Kirchrode, vom geteerten Zufahrtsweg Am Annateich in Kleefeld oder Am Großen Garten in Herrenhausen. „Zum Schutz der Tiere bitten wir alle KleingärtnerInnen entsprechend um Vorsicht“, so der Appell von René Hertwig. Vor allem an milden und feuchten Abenden sollten während der Nacht und in den frühen Morgenstunden Auto- und Radfahrer mit erhöhter Aufmerksamkeit unterwegs sein, um die Amphibien nicht unnötig zu gefährden.

Zu beachten ist vor allem, dass die Tiere nicht nur durch das reine Überfahren getötet werden können, sondern dass bereits der (ab einer geringen Fahrtgeschwindigkeit von 30 km/h aufwärts) durch die Autoreifen erzeugte „Strömungsdruck“ den Tieren schwere Schäden an den inneren Organen zufügen kann, so dass sie daran versterben. Am besten verzichtet man daher auf dem Weg zum Kleingarten ganz auf das Auto.

Da sich einige Frösche, Kröten und Molche auch in den Teichen der KleingärtnerInnen wohlfühlen, kann dort ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der heimischen Amphibien geleistet werden. Hierzu gehört unter anderem die naturnahe Umgestaltung des Teiches. Wichtig ist, dass die Ufer nicht zu steil sind und der Teich zu einer Falle für die Tiere wird. Im Notfall hilft ein Brett, was den Ausstieg aus dem Teich ermöglicht.

Aber auch der übrige Garten kann amphibienfreundlich aufgewertet werden. Zum Beispiel durch die Schaffung von Versteckmöglichkeiten aus Holz und Laub oder die Anlage einer Blumenwiese. Nicht zu unterschätzen ist auch der Verzicht auf mineralische Dünger. Wird Rasendünger aufgebracht, führt das zu Verätzungen der Haut, was meist tödlich für die Tiere endet. Es gibt also viele Möglichkeiten, unsere heimischen Amphibien zu unterstützen!

Weitere Informationen zum naturnahen Gärtnern finden Sie auf der Homepage des BUND Region Hannover unter Universum Kleingarten (www.universum-kleingarten.de).

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